Flüchtlinge vorgestellt I: Flucht einer jungen Frau aus Eritrea

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Zwei Schülerinnen des Schöninger Gymnasiums Anna-Sophianeum haben im Rahmen ihres sozialen Projektes einige Flüchtlinge aus Schöningen besucht. Sie wollten selbst Flüchtlinge und ihre persönliche Geschichte kennenlernen und davon weitererzählen. Drei Familien waren bereit über ihre Flucht zu sprechen, zwei davon aber nur unter Verwendung anderer Namen. Wir danken den Flüchtlingen, dass sie ein schweres Stück ihres Lebens mit uns teilen.

Flucht einer jungen Frau aus Eritrea

Beti wurde in dem nordöstlichen Staat Eritrea geboren. Als Halbwaise wuchs sie mit ihrem Vater und ihren Geschwistern in einem kleinen Dorf auf. Ein schreckliches Ereignis, von dem die junge Frau nicht weiter berichten kann und will hat ihr Leben schlagartig verändert. Plötzlich war Beti allein. Wo sich ihr Vater und ihr Bruder aufhalten weiß Beti bis heute nicht.

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Karte von Nordafrika

Die junge Frau trat allein die Flucht aus der eritreischen Diktatur an. Zunächst ging es für sie zu Fuß in den Sudan. Später stellte sich auch heraus, dass sich ihre Schwester auch in dem Land befand. Allerdings war Beti im Süden und ihre Schwester im Norden des Landes. Im Sudan lebte Beti ständig in Angst vor der Polizei.

Betis Weg nach Deutschland führte sie weiter durch die Sahara. Dort habe es viele Verletzte und Tote gegeben, berichtet sie bedrückt. Solche tragischen Situationen blieben Beti nicht erspart. Von Lybien aus flüchtete sie auf einem überfüllten Boot übers Mittelmeer nach Italien. Vor zwei Jahren kam Beti nach Detmold. Dort lebte lebte sie für ein Jahr und brachte auch ihre kleine Tochter zur Welt.

Zusammen mit ihrem Mann lebt Beti nun seit einem Jahr glücklich in Schöningen. Hier gehen Beti und ihr Mann abwechselnd vormittags und nachmittags zum Deutschkurs, damit einer der beiden auf die kleine Tochter aufpassen kann.

Wenn Beti über Deutschland redet kann sie nur positives berichten. Auch wenn die deutsche Sprache sehr schwer zu erlernen sei, sie sie froh hier nun in Sicherheit leben zu können.